Das Wichtigste zu Home-Office, Telearbeit & mobilem Arbeiten

Wo ist das Home-Office eigentlich? Was ist die Telearbeit? Und wie unterscheidet sich mobiles Arbeiten von alternierender Telearbeit? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen.

Inhaltsverzeichnis

Home-Office liegt im Trend

„Work is what you do, not where you go”, sagte einst der Wirtschaftsphilosoph Charles Handy. Wir können Zuhause, mobil von unterwegs oder im BĂŒro des Arbeitgebers arbeiten – Hauptsache die Arbeit wird getan. 

Im Zeitalter der Digitalisierung haben Arbeitnehmer mehr denn je die Möglichkeit ĂŒber den Arbeitsort und die Arbeitszeit zu entscheiden. Bereits vor Corona lagen mobiles Arbeiten, Homeoffice und Remote Work im Trend. Die Pandemie wirkte zuletzt also Turbo fĂŒr den Megatrend Arbeitsortflexibilisierung. Derzeit arbeiten mehr als 50 Prozent der BeschĂ€ftigten ganz oder teilweise am hĂ€uslichen Arbeitsplatz. 

Unternehmen, die ĂŒber einen hohen Digitalisierungsgrad und eine agile FĂŒhrungs– und Vertrauenskultur verfĂŒgen, konnten wĂ€hrend der Pandemie quasi nahtlos den Arbeitsort flexibilisieren und in Rekordzeit professionelle Homeoffice-Strukturen einfĂŒhren (Praxisbeispiel: asf GmbH). 

FĂŒr die meisten Unternehmen und Mitarbeiter ist das Arbeiten im Homeoffice jedoch eine komplett neue Erfahrung und eher eine Notlösung, um den GeschĂ€ftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Entsprechend vielfĂ€ltig sind die umgangssprachlichen Definitionen von Home-Office, Mobile-Office und Telearbeit.

Definition: Was ist Home-Office

Als Homeoffice wird im allgemeinen Sprachgebrauch jeder Arbeitsort außerhalb der RĂ€umlichkeiten des Arbeitgebers verstanden. Synonym zu Homeoffice wird umgangssprachlich auch „mobiles Arbeiten“ oder „Remote Work“ verwendet. 

Das Homeoffice kann im Grunde ĂŒberall sein, nur nicht im BĂŒrogebĂ€ude des Arbeitgebers. Arbeitsorte fĂŒr das Homeoffice sind beispielsweise: Zuhause am KĂŒchentisch, im Garten, im Zug, am Strand, im Lieblingskaffee oder in einem Co-Working Space. 

Der Phantasie und der KreativitĂ€t sind keine Grenzen gesetzt. Solange die Stromversorgung fĂŒr den Laptop und die Internetverbindung sichergestellt sind, kann jeder Ort als Arbeitsplatz dienen. Und weil man im Grunde ĂŒberall arbeiten kann, wird auch von mobiler Arbeit gesprochen. 

Das mobile Arbeiten ist eine Form des ortsunabhĂ€ngigen Arbeitens. BeschĂ€ftigte, die mobil arbeiten, haben weder im BĂŒro noch zu Hause einen festen Arbeitsplatz. Sie erbringen ihre Leistung, ohne dass der Arbeitsplatz vorgegeben ist.

Teleheimarbeit, alternierende Telearbeit und mobile Telearbeit

Telearbeit bezeichnet alle Formen der verteilten AufgabenbewĂ€ltigung unter Nutzung raum- und zeitĂŒberbrĂŒckender Telemedien. Anders formuliert: Als „Telearbeit“ werden Formen der Arbeitsorganisation genannt, bei denen Mitarbeiter außerhalb der RĂ€umlichkeiten des Arbeitgebers arbeiten und hierfĂŒr Laptop, PC, Telefon und Internet nutzen – ganz gleich ob es sich um einen GeschĂ€ftsrechner oder privater PC handelt.  

Im rechtlichen Kontext wird die Teleheimarbeit, die alternierende Telearbeit und die mobile Telearbeit unterschieden. 

Die Teleheimarbeit wird auch kurz Telearbeit genannt und meint im Grunde das „Homeoffice“ in Verbindung mit einem festen Arbeitsplatz, der sich meistens Zuhause beim BeschĂ€ftigten befindet. 

Die alternierende Telearbeit bedeutet, dass ein BeschĂ€ftigter abwechselnd bzw. zeitweise Zuhause und im FirmengebĂ€ude arbeitet. Bei der „Teleheimarbeit“ hingegen arbeitet der Mitarbeiter regelmĂ€ĂŸig in den privaten RĂ€umen. In der Praxis ist die alternierende Telearbeit eine weit verbreitete Arbeitsorganisation und wird auch als hybride Organisation bezeichnet. 

Anders als die Telearbeit gibt es bei der mobilen Telearbeit keinen fest vereinbarten Arbeitsplatz. Insofern Ă€hneln sich die Definitionen von „mobile Telearbeit“ und „mobile Arbeit“.

Der sichere Telearbeitsplatz

Viele Orte können als Homeoffice genutzt werden, doch nicht jeder ist geeignet bzw. angemessen. So kann es bei einer Videokonferenz zu Irritation fĂŒhren, wenn Mitarbeiter mit freiem Oberkörper am Pool zu sehen sind, wĂ€hrend andere im BĂŒro oder Arbeitszimmer sitzen.  

Die Datensicherheit und Datenschutz im Homeoffice sind brisante Herausforderungen und zĂ€hlen zu den typischen Risiken im Homeoffice. Nicht jeder unbeteiligte Dritte darf und sollte ihre Daten sehen oder GesprĂ€che hören können. Hierbei geht es um den möglichen Schutz von vertraulichen Betriebsinformationen oder den Schutz von Personendaten, der in der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geregelt ist. Wenn Mitarbeiter beispielsweise Kundendaten in einem Kaffee, also einem öffentlichen Raum, bearbeiten, könnte das zumindest aus Sicht der DSGVO ein unzulĂ€ssiger Arbeitsort fĂŒr Homeoffice sein. 

Da der Datenschutz und die IT-Sicherheit Hand in Hand gehen, ist es ratsam bei der Arbeitsplatzwahl die IT-Sicherheitsrisiken abzuschĂ€tzen. Klassische Beispiele fĂŒr IT-Sicherheitsrisiken sind beispielsweise unsichere, öffentliche InternetzugĂ€nge oder unverschlĂŒsselte Datenverbindungen zum Unternehmensrechner. Technische Maßnahmen wie beispielsweise eine VPN Verbindung helfen, das Risiko von Cyberangriffen und Datendiebstahl zu reduzieren.  

FĂŒr die Ausstattung des Telearbeitsplatzes ist laut ArbeitsstĂ€ttenverordnung (ArbStĂ€ttV) der Arbeitgeber verantwortlich.  

In § 2 Abs.7 ArbStĂ€ttV heißt es: „TelearbeitsplĂ€tze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete BildschirmarbeitsplĂ€tze im Privatbereich der BeschĂ€ftigten, fĂŒr die der Arbeitgeber eine mit den BeschĂ€ftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und BeschĂ€ftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des BeschĂ€ftigten bereitgestellt und installiert ist.“ 

Im Sinne eines sicheren Telearbeitsplatzes sollten Arbeitgeber technisch-organisatorische Maßnahmen umsetzen, um den Datenschutz im Homeoffice, die Datensicherheit und die IT-Sicherheit zu gewĂ€hrleisten.

Homeoffice Vereinbarung

In der Regel wird gelegentliches bzw. kurzfristiges Homeoffice vom Arbeitgeber stillschweigend hingenommen oder geduldet. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Regeln, die in den RĂ€umlichkeiten des Unternehmens gelten auch außerhalb der RĂ€umlichkeiten GĂŒltigkeit behalten. 

Es empfiehlt es sich jedoch wichtige Themen wie Arbeitsort, Arbeitszeit, Datenschutz oder technische Infrastruktur in einer Homeoffice-Vereinbarung zu regeln. Anders verhĂ€lt es sich, wenn Unternehmen und Mitarbeiter vertraglich vereinbaren, dass der Arbeitsort außerhalb der RĂ€umlichkeiten des Arbeitgebers erfolgen soll bzw. muss. In diesem Fall mĂŒssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine klare Vereinbarung, u.a. zum Arbeitsort, dem „Telearbeitsplatz“ treffen.

Homeoffice-Pflicht und Recht auf Homeoffice

Einen Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten oder auf Homeoffice, wie es ihn seit Juli 2015 zum Beispiel in den Niederlanden gibt, existiert in Deutschland (noch) nicht. Allerdings gibt es BemĂŒhungen des Bundesarbeitsministers ein entsprechendes Gesetz („Recht auf Homeoffice“) auf den Weg zu bringen. Nach aktueller Gesetzeslage hat der Arbeitnehmer kein Recht auf Homeoffice und keinen Rechtsanspruch auf einen Telearbeitsplatz. 

Eine temporĂ€re Ausnahme bildet die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, kurz Corona-Arbeitsschutzverordnung. Diese ist am 27.1.21 in Kraft getreten und gilt mindestens bis zum 15.3.21. Die Corona-Arbeitsschutzverordnung statuiert eine temporĂ€re „Home-Office-Pflicht“.

Definitionen in der Übersicht

  • Der Teleheimarbeitplatz ist permanent zu Hause. In der Call- und Contact-Center-Branche hat sich in den vergangenen Jahren ĂŒberwiegend der Begriff Work@Home etabliert.  
  • Bei der alternierenden Telearbeit hingegen wechseln einzelne ArbeitsplĂ€tze. Sie befinden sich teilweise zu Hause und teilweise im BĂŒro. Begrifflich wird auch Homeoffice verwendet.  
  • Beim SatellitenbĂŒro und NachbarschaftsbĂŒro sind Betriebsabteilungen ausgelagert. Die ArbeitsplĂ€tze liegen teilweise oder permanent wohnortnah.  
  • Das Teleservicecenter oder Telecenter ist ein wohnortnahes Dienstleistungsangebot fĂŒr dezentrale Unternehmen. In diesen Centern wird die fĂŒr die Arbeit notwendige Infrastruktur (Schreibtisch, Internet, etc.) bereitgestellt, wobei die Kosten von verschiedenen Arbeitgebern gemeinsam getragen werden.
  • Bei der mobilen Telearbeit sind einzelne oder beliebige ArbeitsplĂ€tze teilweise oder permanent an beliebigen Orten. Es wird auch der Begriff Teleaußenarbeit benutzt.
  • On-site-Telearbeit bezeichnet die AusfĂŒhrung von Telearbeit im GebĂ€ude und bei Nutzung der Infrastruktur eines Fremdunternehmens.

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir keine Rechtsberatung anbieten und der vorliegende Artikel lediglich ein Informationsangebot darstellt. Wir ĂŒbernehmen keine GewĂ€hr auf VollstĂ€ndigkeit und Richtigkeit. Des Weiteren haben wir im Artikel aus GrĂŒnden der Einfachheit die mĂ€nnliche Schreibweise der „Mitarbeiter“ gewĂ€hlt. Gemeint sind selbstverstĂ€ndlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen. Gleichberechtigung und Vielfalt sind uns wichtig!

ÜBER UNS

GEFTA ist Spezialist fĂŒr Remote Work. Bereits seit 2012 unterstĂŒtzen wir Unternehmen bei der Umsetzung von dezentralen ArbeitsplĂ€tzen. HierfĂŒr bieten wir bewĂ€hrte Lösungen und kompetente Beratung. Homeoffice ist unsere Leidenschaft und unser Beitrag fĂŒr den Klimaschutz: mehr Homeoffice, weniger Pendler, weniger CO2!

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